Wiederveröffentlicht mit Genehmigung und enthalten in Taking Back Astronomy
„Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet das Werk seiner Hände“ (SCH2000). Diese wunderschöne Aussage aus Psalm 19,1 (SCH2000) deutet auf einen der Zwecke des geschaffenen Universums hin: Das Universum offenbart die Majestät seines Schöpfers. Natürlich zeigt sich Gottes Herrlichkeit in vielen verschiedenen Aspekten der Schöpfung – nicht nur am Himmel. Sie wird sichtbar in der großartigen Feinheit einer lebenden Zelle, der Komplexität und der erstaunlichen Vielfalt des Lebens auf der Erde sowie der mathematischen Präzision der Gesetze der Physik und Chemie. All dies zeugt von der unbegreiflichen Kreativität, Intelligenz und Macht des Schöpfers.
Warum aber hebt die Bibel gerade die Himmel hervor, wenn es darum geht, seine Herrlichkeit zu verkünden? Vielleicht verkünden die Himmel Gottes Herrlichkeit auf besondere Weise oder in größerem Ausmaß. Es wäre sogar möglich, dass das Universum mit seinen unzähligen Sternen gezielt geschaffen wurde, um uns Gottes Herrlichkeit zu bezeugen. Wir werden sehen, dass das Universum eine unglaubliche Schönheit besitzt. Das alleine wäre schon Grund genug, Gott für seine Schöpfung zu preisen. Doch Gott hat das Universum nicht nur schön geschaffen, er hat es auch unvorstellbar groß gemacht. Die Größenordnungen im Universum sind wirklich atemberaubend. Das Universum enthält Objekte von unglaublicher Größe und Masse in Entfernungen, die der menschliche Verstand kaum fassen kann. Wenn wir über die Macht des Herrn nachdenken, der all dies geschaffen hat, können wir nicht anders, als demütig zu werden. Wahrlich der Gott, der dieses Universum erschaffen hat, ist herrlich und des Lobes würdig. Lassen Sie uns nun die Größe und Schönheit des Universums erkunden, um ein tieferes Verständnis für die Majestät des Schöpfers zu gewinnen.
Der Mond ist der uns am nächsten gelegene (natürliche) Himmelskörper. Er hat einen Durchmesser von etwa 3.400 Kilometern – ungefähr die Größe der kontinentalen Vereinigten Staaten.
Beginnen wir ganz in unserer Nähe, mit einem vergleichsweise kleinen astronomischen Objekt. Der Mond ist der uns am nächsten gelegene (natürliche) Himmelskörper. Er hat einen Durchmesser von etwa 3.400 Kilometern – ungefähr die Größe der kontinentalen Vereinigten Staaten. Der Mond umkreist die Erde in einer durchschnittlichen Entfernung von 380.000 km. Einerseits ist dies eine enorme Entfernung. Andererseits ist sie nicht so weit, dass sie völlig unvorstellbar wäre; einige Autos haben einen ähnlichen Kilometerstand. Der Mond umkreist die Erde auf einer annähernd kreisförmigen Bahn und benötigt für einen vollständigen Umlauf etwa einen Monat. Tatsächlich stammt daher die Einteilung eines Monats. Der Heiligen Schrift zufolge war einer der Gründe, warum Gott die Himmelskörper erschuf, dass sie als Zeichen und zur Bestimmung der Jahreszeiten, Tage und Jahre dienen sollten (1. Mose 1,14) – mit anderen Worten: um den Lauf der Zeit zu markieren. Genau das tut der Mond. Er umkreist die Erde Monat für Monat mit uhrwerksgleicher Präzision.
Zusätzlich wurde der Mond (das „kleinere Licht“, das am vierten Tag erschaffen wurde) laut 1. Mose 1,16 dazu bestimmt, „über die Nacht zu herrschen“. Und er herrscht tatsächlich über die Nacht; er überstrahlt jeden anderen nächtlichen Himmelskörper. Wenn der Mond scheint, neigt er sogar dazu, die meisten anderen astronomischen Objekte zu „überstrahlen“ und sie dadurch schwerer erkennbar zu machen. Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt, wenn der Mond fast voll ist. Zu dieser Zeit ist der Mond über 2.500-mal heller als das nächsthellste nächtliche Objekt (die Venus).
Bewegen wir uns weiter hinaus in den Weltraum und betrachten das „größere Licht“, das Gott am vierten Tag erschuf – die Sonne. Die Sonne ist (wie auch andere Sterne) ein glühend heißer Ball aus Wasserstoffgas. Ihre Energie gewinnt sie durch Kernfusion von Wasserstoff zu Helium. Die Sonne ist im Grunde eine stabile Wasserstoffbombe. Sie ist eine extrem effiziente Energiequelle, die in genau der richtigen Entfernung platziert ist, um die richtige Menge an Licht und Wärme für die Erde bereitzustellen.
Die Sonne ist etwa 400-mal weiter entfernt als der Mond. Bemerkenswerterweise ist sie auch 400-mal größer. Sie hat also die gleiche scheinbare Größe wie der Mond1 – was bedeutet, dass sie gleich groß erscheint und denselben Anteil des Himmels bedeckt. Es ist interessant, dass Gott beide „großen Lichter“ in der gleichen scheinbaren Größe erschuf – und weit größer (im Winkel) als alle anderen Himmelskörper. Es gibt keinen naturalistischen Grund dafür, dass Sonne und Mond genau in der richtigen Entfernung stehen, um von der Erde aus gleich groß zu erscheinen. Soweit wir wissen, ist die Erde der einzige Planet, bei dem das der Fall ist.2
Sonne, Mond, Erde
Der Durchmesser der Sonne ist über 100-mal so groß wie der der Erde. Wäre sie hohl, könnte sie mehr als eine Million Erden fassen. Zunächst scheint es fast „verschwenderisch“, einen so massiven Globus zu erschaffen, nur um die Erde mit Licht zu versorgen - bis wir bedenken, dass Gott die Sonne ebenso mühelos erschuf wie den Rest des Universums. Es war für ihn überhaupt nicht schwierig (Jeremia 32,17) und es demonstriert seine große Macht. Bei einer unglaublichen Entfernung von 150 Millionen km können wir kaum ermessen, wie weit die Sonne tatsächlich entfernt ist. Ein Vergleich könnte hier helfen: Wie lange würde es dauern, 150 Millionen Kilometer mit dem Auto zu fahren? Wenn wir 105 km/h fahren würden, bräuchten wir 163 Jahre, um diese Strecke zurückzulegen. Eine solche Distanz könnten wir während unserer Lebenszeit nicht bewältigen.
Die Sonne ist weit von der Erde entfernt, und doch ist die Erde näher an der Sonne als die meisten anderen Planeten. Betrachten wir Pluto, eine winzige, gefrorene Welt am äußeren Rand der Planeten des Sonnensystems. Pluto ist (im Durchschnitt) etwa 40-mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Bei einer Fahrt von 105 km/h bräuchte man etwa 6.500 Jahre, um Pluto zu erreichen. Das ist vergleichbar mit dem Alter des Universums. Das Sonnensystem ist wahrhaft riesig; wenn es das einzige wäre, was Gott erschaffen hätte, könnten wir sicherlich schon beeindruckt sein. Doch Gott hat in noch größeren Maßstäben geschaffen - wie die Distanzen zwischen den Sternen eindrücklich beweisen.
Beginnen wir mit dem uns am nächsten gelegenen Sternsystem (abgesehen von der Sonne), dem Alpha-Centauri-System. Im Gegensatz zum Sonnensystem enthält Alpha Centauri mehr als einen Stern. Zwei helle Sterne (in Größe und Farbe vergleichbar mit der Sonne) umkreisen einander alle 80 Jahre. Ein dritter, schwacher roter Zwergstern namens „Proxima“ liegt weiter entfernt. Die Entfernung zu diesem System beträgt etwa 40,2 Billionen Kilometer. Eine solche Zahl hat für die meisten von uns wenig Bedeutung; wer kann 40,2 Billionen Kilometer erfassen? Dies ist etwa 6.800-mal weiter von der Erde entfernt als Pluto.
Um dies etwas besser zu veranschaulichen, stellen wir uns vor, wir hätten ein maßstabsgetreues Miniaturmodell des Sonnensystems, bei dem Plutos Umlaufbahn im Durchmesser nur etwa 30 cm wäre. Die Sonne wäre ungefähr im Zentrum, und die Erde wäre etwas mehr als 3,8 mm von der Sonne entfernt. Die Sonne selbst wäre kleiner als der Punkt am Ende dieses Satzes. Wo würden wir den nächstgelegenen Stern in unserem 30-cm-Maßstabsmodell des Sonnensystems platzieren? In diesem Maßstab wäre Alpha Centauri über 1 km entfernt, und das ist nur das nächstgelegene Sternensystem. Unsere Galaxie besteht aus unzähligen Sternen in noch viel größeren Entfernungen. Bei unserem 30-cm-Maßstabsmodell des Sonnensystems wäre die Galaxie größer als der Pazifische Ozean!
Andromeda-Galaxie
Sternhaufen M80
Unsere Galaxie hat die Form einer Scheibe mit einer Wölbung in der Mitte. Die Erde befindet sich in der Scheibe, näher am Rand als am Zentrum. Die Scheibe hat Spiralarme; wir können diese Spiralstruktur nicht direkt sehen, weil wir uns selbst innerhalb der Galaxie befinden. Für uns erscheint die Galaxie wie ein schwaches Wolkenband, das sich in (nördlichen Hemisphären-) Sommernächten (oder Winternächten für die südliche Hemisphäre) über den Himmel erstreckt. Daher erhält unsere Galaxie ihren Namen – die „Milchstraße“. Aus der Ferne betrachtet, was natürlich kein Mensch je getan hat, könnte unsere Galaxie ein wenig wie M31 aussehen – die „Andromeda-Galaxie“, die rechts abgebildet ist.
Unsere Galaxie enthält über 100 Milliarden Sterne; die Bibel sagt, dass Gott sie alle beim Namen nennt (Psalm 147,4; Jesaja 40,26). Wie erstaunlich, dass Gott einen Namen für jeden einzelnen dieser Sterne hat! Einige dieser Sterne sind weit von ihrem nächsten Nachbarn entfernt, ähnlich wie die Sonne. Einige Sterne existieren in Doppel- oder Mehrfachsternsystemen, wie zum Beispiel Alpha Centauri. Wieder andere kommen in großen Haufen vor. Man denke an den Sternhaufen M80. Es wird geschätzt, dass dieser Haufen innerhalb unserer Galaxie über 100.000 Sterne enthält. Das bedeutet, dass die Milchstraße ungefähr eine Million Mal so viele Sterne besitzt – anders gesagt: Jeder einzelne Stern in diesem Haufen steht für eine Million weitere Sterne!
Die Galaxie enthält mehr als nur Sterne. Sie enthält auch Nebel – dieselbe Materie wie Sterne, aber während Sterne kompakte Kugeln sind, ist ein Nebel über einen viel größeren Bereich des Weltraums verteilt. Wenn ein Nebel durch nahegelegene Sterne erhitzt wird, beginnt er zu leuchten, oft in lebhaften und schönen Farben. Wenn wir die Schönheit der gezeigten Nebel betrachten, sollten wir nicht vergessen, wie riesig diese sind. Der Rosettennebel ist nicht nur schön, er ist schätzungsweise auch massereicher als 10.000 Sonnen. Der unten gezeigte Abschnitt des Adlernebels ist mehrere tausend Mal größer als unser Sonnensystem. Es ist unglaublich, sich klarzumachen, dass unser Sonnensystem auf diesem Bild nicht einmal sichtbar wäre. Gott malt wunderschöne Kunstwerke, und er tut dies auf einer Leinwand von unvorstellbarer Größe.
Rosettennebel
Adlernebel
Wenn wir die Unermesslichkeit der Milchstraße mit ihren 100 Milliarden Sternen, unzähligen Nebeln und Sternhaufen betrachten, wird die überwältigende Macht des Schöpfers deutlich. Doch unsere Galaxie ist nicht die einzige. Gott hat unzählige Galaxien unterschiedlichster Formen und Größen erschaffen. Einige Galaxien sind spiralförmig, wie die Milchstraße und M31. Andere sind elliptisch geformt, und einige Galaxien haben Formen, die nur als „unregelmäßig“ beschrieben werden können. Viele Galaxien kommen in Haufen vor. Die Milchstraße gehört zu einem Haufen von einigen Dutzend Galaxien, der als „Lokale Gruppe“ bezeichnet wird. Einige Haufen sind deutlich größer als dieser. Der Virgo-Haufen hat etwa 2.000 Galaxien. Galaxienhaufen sind in noch größere Superhaufen organisiert – Haufen von Haufen. Superhaufen zeigen Strukturen auf den größten Skalen, die wir derzeit beobachten können; sie bilden ein komplexes Netzwerk aus Strings (Fadenstrukturen) und Voids (kosmische Leerräume) im gesamten sichtbaren Universum.
Denken Sie nur an die Energiemenge, die beteiligt war, als Gott all dies erschuf. Allein die Sonne gibt pro Sekunde mehr Energie ab, als eine Milliarde Großstädte in einem Jahr produzieren würden. Und dennoch ist unsere gesamte Galaxie 20 Milliarden Mal leuchtkräftiger als die Sonne.3 Es wird geschätzt, dass es mindestens so viele Galaxien gibt, wie es Sterne in der Milchstraße gibt (100 Milliarden). Stellen Sie sich vor, welche Energiemenge und Masse ein Raumvolumen füllt, das so unermesslich groß ist, dass es unser Vorstellungsvermögen übersteigt.
Wie beschreibt die Bibel die Erschaffung all dessen? In 1. Mose 1,16 heißt es schlicht und einfach, dass Gott „auch die Sterne schuf“. Es ist erstaunlich, dass die Erschaffung des gesamten Universums jenseits der Erde so beiläufig durch eine so einfache Aussage beschrieben wird. Die biblische Beschreibung lässt es so wirken, als wäre die Erschaffung all der Hunderte von Milliarden Galaxien für Gott so mühelos gewesen, dass es kaum der Erwähnung wert wäre. Wie großartig ist der Herr!
Wenn wir all dies betrachten, was Gott geschaffen hat, kommt uns Psalm 8,3–4 in den Sinn: „Wenn ich deine Himmel ansehe, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst?“ Es ist erstaunlich, dass der Gott, der ein solches Universum erschaffen hat, sich um etwas so Kleines wie den Menschen sorgt. Doch die Heilige Schrift macht deutlich, dass die Menschen für Gott sehr wichtig sind. Unser Platz im Universum ist sehr bedeutsam, wie wir in späteren Kapiteln noch sehen werden.
Wer hätte bei einem flüchtigen Blick in den Nachthimmel gedacht, dass das Universum so majestätisch und so riesig ist? Selbstverständlich ist der Nachthimmel auch für das bloße Auge atemberaubend schön. Wer hätte ahnen können, dass er Hunderte von Milliarden Galaxien enthält, jede mit Millionen bis Billionen von Sternen, zusammen mit unzähligen Haufen und Nebeln von immenser Größe und atemberaubender Schönheit? Es scheint, je näher wir das Universum betrachten, desto schöner wird es, und desto mehr erkennen wir, wie riesig und erstaunlich es wirklich ist. Je mehr wir das Universum „vergrößern“, desto mehr staunen wir über seine Schönheit und Komplexität. Das Gleiche gilt für den Schöpfer des Universums. Je mehr wir Gott vergrößern, desto mehr erkennen wir, wie erstaunlich Er ist. Es scheint, als habe Gott das Universum so konstruiert, dass es diesen Aspekt seines Charakters widerspiegelt. In Römer 1,20 wird darauf hingewiesen, dass viele der unsichtbaren Eigenschaften Gottes anhand der Dinge, die Er gemacht hat, verstanden werden können. Deshalb sollte es uns nicht überraschen, dass das Universum so unglaublich ist. Wahrlich, die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet das Werk seiner Hände!
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