Anmerkung des Herausgebers: Erstveröffentlichung in St. Louis MetroVoice 4, Nr. 2 (Februar 1994).
Darwins einziger beobachtbarer Beweis für eine „Evolution in Aktion“ war die große Variationsbreite, die bei Tieren und Pflanzen unter Domestikation auftritt. Darwin, der nichts über Genetik wusste, nahm an, dass diese Variation zwischen Individuen einer Art praktisch unbegrenzt sei, obwohl ihm jeder Züchter das Gegenteil hätte darlegen können. In der ersten Ausgabe seines Buches Über die Entstehung der Arten erklärte Darwin, er habe keine Schwierigkeit damit, sich vorzustellen, wie eine Bärenrasse ins Wasser gehe, um Fische zu fangen, und dabei allmählich breitere Mäuler, kürzere Beine und längere Schwänze entwickle, bis sie sich zufällig zu den großen Walen entwickelt hätten. So extrapolierte Darwin die beobachtbare, aber begrenzte Variation innerhalb einer Art auf die unbeobachtbare Evolution grundlegend neuer Tiere.
Da Evolution durch das einfache Prinzip von Leben und Tod selektiert, könnte es ohne Tod keine Evolution geben.
Darwin argumentierte: Wenn Tauben und Hunde vom Menschen selektiv auf bestimmte gewünschte Merkmale gezüchtet werden können, dann kann auch die Natur selbst durch einen Prozess, der als natürliche Selektion bezeichnet wird, eine unbegrenzte Vielfalt von Merkmalen hervorbringen. Während Züchter Intelligenz einsetzen, um gewünschte Merkmale (wie Aussehen oder Stärke) auszuwählen, selektiert die Natur nach Darwins Ansicht solche Merkmale, die das Überleben selbst fördern. Da Evolution durch das einfache Prinzip von Leben und Tod selektiert, könnte es ohne Tod keine Evolution geben. In einer kürzlich ausgestrahlten Phil-Donahue-Show bemerkte der bekannte Evolutionstheoretiker Carl Sagan, es habe „viel Tod gebraucht, um uns dahin zu bringen, wo wir jetzt sind. Die Geheimnisse der Evolution sind Zeit und Tod.“ Christen sollten über die Bedeutung dieser Aussage im Hinblick auf das Evangelium Jesu Christi nachdenken.
Darwin sah die Natur als einen äußerst feindseligen Ort, an dem eine Überproduktion von Tieren auf eine begrenzte Nahrungsversorgung trifft. Er glaubte, dass dies zu einem blutigen Kampf ums Dasein unter den Tieren führe, in dem nur die am besten Angepassten überleben. So wurde das Konzept der natürlichen Selektion schließlich als ‘survival of the fittest’ - Überleben der am besten Angepassten - definiert. Ein Problem dieser „Erklärung“ besteht jedoch darin, dass es sich um eine Tautologie handelt. Eine Tautologie ist eine kreisförmige Aussage wie beispielsweise „Taubheit verursacht Hörverlust“ – was zwar richtig ist, jedoch keinen neuen Erkenntnisgewinn liefert. Welche Tiere überleben? – Diejenigen, die am besten angepasst sind. Was meinen wir mit „am besten angepasst“? – Diejenigen, die überleben!
Die klassische darwinistische Auffassung der natürlichen Selektion als Überleben der am besten Angepassten wurde später dahingehend modifiziert, dass sie nun als differentielle Fortpflanzung verstanden wird. Diese Interpretation der natürlichen Selektion wurde in den 1950er Jahren unter dem Begriff Neo-Darwinismus populär. Nach neo-darwinistischer Sicht selektiert die Natur nicht einfach nur Tiere, die überleben, sondern jene, die die meisten Nachkommen hinterlassen. Zu Ende gedacht, ergibt sich folgendes Bild: Laut Darwin entsteht Evolution vor allem deshalb,weil Tiere zu viele Nachkommen hervorbringen und es nicht genug Nahrung gibt, um sie zu ernähren. Nun heißt es von Neo-Darwinisten, dass gerade die Tiere, die die meisten Nachkommen hervorbringen, das weitere Überleben ihrer Art sichern. Ironischerweise bestehen Neo-Darwinisten (wie Paul Ehrlich) nachdrücklich darauf, dass wir Menschen die Anzahl unserer Nachkommen drastisch begrenzen müssen, wenn unsere Spezies überleben soll.
Nahezu alle Biologiebücher führen das Beispiel des Birkenspanners als beobachtbaren Beweis für natürliche Selektion an. Birkenspanner der Art Biston betularia variieren in ihrer Färbung von überwiegend weiß mit schwarzen Sprenkeln bis hin zu nahezu schwarz. Es wird behauptet, dass ursprünglich die helleren Motten dieser Art am zahlreichsten waren, da sie sich gut an die helle Baumrinde, auf der sie bevorzugt saßen, anpassten und somit für ihre Vogelräuber nahezu unsichtbar waren. Vor einigen Jahren führte die Luftverschmutzung dazu, dass die Rinde dieser Bäume dunkler wurde, wodurch die hellen Motten den Vögeln ausgesetzt waren. Man nimmt an, dass die Vögel die sichtbareren weißen Vertreter fraßen, sodass hauptsächlich die dunkleren Motten überlebten, die sich auf der rußgeschwärzten Baumrinde gut tarnen konnten. Für Evolutionisten gilt dies als beobachtbarer Beweis für Evolution in Aktion. Auch wenn der Birkenspanner ein Beispiel für natürliche Selektion sein mag, zeigt er nicht die Evolution einer grundlegend neuen Tierart oder gar einer neuen Mottenart.
Tatsächlich ist zwischen der sogenannten Mikroevolution und der Makroevolution keine Beziehung nachgewiesen.
Evolutionisten bezeichnen die Art der Variation, die wir bei Individuen einer Art beobachten, gerne als Mikroevolution, was den Eindruck erweckt, dass dies irgendwie mit der zufälligen Entstehung grundlegend neuer Tiere durch einen Prozess zusammenhängt, der als Makroevolution bezeichnet wird. Tatsächlich ist zwischen der sogenannten Mikroevolution und der Makroevolution keine Beziehung nachgewiesen. Die meisten Evolutionisten sind sich dessen durchaus bewusst (obwohl man das anhand der Darstellungen von Evolution in den Medien, Lehrbüchern und im Unterricht niemals vermuten würde). Ein Bericht in der Zeitschrift Science (210:883–87) über eine kürzlich im Field Museum of Natural History in Chicago stattgefundene Konferenz zur Makroevolution fasste die Ansichten der teilnehmenden Evolutionisten wie folgt zusammen:
Die zentrale Frage der Chicago Conference war, ob die Mechanismen der Mikroevolution zur Erklärung des Phänomens der Makroevolution extrapoliert werden könnten. Auf Kosten der Positionen mancher Teilnehmer des Treffens kann die Antwort eindeutig mit NEIN gegeben werden.
Wenn diese Schlussfolgerung allein den Schülern in unseren Schulen vermittelt würde, würde dies wesentlich dazu beitragen, die Bedenken auszuräumen, dass Evolution im Unterricht dogmatisch gelehrt und nicht kritisch hinterfragt wird.
Wir können keine Gene auswählen, die nicht im Genpool der Art vorhanden sind.
Eine der großen Errungenschaften der modernen Wissenschaft ist die Erkenntnis, dass Tiere derselben Art eine enorme Bandbreite an Variationen zeigen können, ohne sich dabei in völlig andere Tierarten zu verwandeln. Genetische Analysen zeigen, dass die Individuen einer Art nicht denselben Satz an Genen besitzen, sondern dass viele Gene in mehreren alternativen Versionen, den sogenannten Allelen, vorliegen. Nur Klone besitzen identische Gene und sind im Wesentlichen identisch – einschließlich ihres Geschlechts. Es wäre eine langweilige (und kurzlebige!) Welt, wenn alle Individuen einer Art identische Klone voneinander wären. Die Tatsache, dass jedes Individuum allelische Versionen von Genen von beiden Eltern erbt, stellt sicher, dass kein Individuum genau dem anderen gleicht. Deshalb sagt man, dass alle Individuen einer Art zusammen einen Genpool bilden, aus dem die Selektion (sei sie künstlich oder natürlich) auswählen kann. Der entscheidende Punkt ist: Wir können keine Gene auswählen, die nicht im Genpool der jeweiligen Art vorhanden sind.
Betrachten Sie die bemerkenswerte Art Canis familiaris, die mehr als 150 vom American Kennel Club anerkannte Hunderassen umfasst. Hunde, die so unterschiedlich sind wie ein 57 Kilogramm schwerer Bernhardiner und ein kaum 1,5 Kilogramm schwerer Chihuahua, gehören dennoch alle derselben Tierart an. Trotzdem gibt es Grenzen für das, was Hundezüchter erreichen können. Sie können auf lange oder kurze Beine züchten (innerhalb gewisser Grenzen), aber sie können keinen fliegenden Hund mit Flügeln züchten. Der Grund dafür ist einfach: Im gesamten Genpool der Art Canis familiaris gibt es keine Gene, die die Ausbildung von Flügeln oder anderer zahlreicher, für das Fliegen notwendiger Spezialisierungen ermöglichen könnten. Hierfür müssen die Evolutionisten auf Mutation zurückgreifen, ihren absurdesten Mechanismus überhaupt.
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