Kapitel 2

Stammt das Buch Genesis wirklich von Mose?

von und am
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Einführung

Seit Jahrhunderten steht die Bibel seitens der Skeptiker in Wissenschaft und Philosophie schwer unter Beschuss. Wohl am heftigsten angegriffen wurde und wird das erste Buch Moses, das Buch Genesis – insbesondere die ersten elf Kapitel. Die Geologie der Jahrmillionen, die Urknall-Kosmologie und die säkulare Archäologie sowie die Attacken auf die Wunder in der Bibel durch Philosophen und liberale Theologen haben viele zu der Ansicht verführt, die Bibel wäre nicht wahr und damit unglaubwürdig.

Einer der schwersten Angriffe auf die Bibel in den letzten drei Jahrhunderten galt Mose und seinem Werk – der Thora (hebr. „Wei-sung“), auch Pentateuch (griech. „fünf Rollen“) oder fünf Bücher Mose. Sie eröffnen das Alte Testament und bilden die Grundlage für den Rest der Bibel; man kennt sie auch unter ihren lateinischen Bezeichnungen Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium. Die Attacken auf das Werk des Mose kamen nicht nur von Nichtchristen, sondern auch von bekennenden Christen.

Bibelschulen, Theologie-Bücher, Vorreden zum Pentateuch in Bibeln und die weltlichen Medien rührten die Werbetrommel für die menschengemachte Idee, nicht Mose hätte den Pentateuch verfasst. Stattdessen wird behauptet, mindestens vier verschiedene Autoren (oder Autorengruppen) hätten über viele Jahrhunderte hinweg verschiedene Teile dieser Bücher abgefasst – und danach hätten ein oder mehrere Redakteure in jahre- oder jahrzehntelanger Kleinarbeit alles zusammengefügt und in die heutige Form gebracht. So heißt es in einer Bibelausgabe in der Einführung zum Pentateuch:

Dieses Buch weist eine Einheit von Planung und Zweck auf; trotzdem ist es ein komplexes Werk und nicht nur einem einzigen Autor zuzuschreiben. Der letzte Redakteur greift für seine Komposition erkennbar auf mehrere Quellen oder Überlieferungen zurück, die Quellen Jahwist (J), Elohist (E) und Priesterschrift (P); in diesen wiederum spiegeln sich äl-tere mündliche Traditionen wider . . .“1

In einer anderen Bibelübersetzung besagt die Einleitung zum Alten Testament, der Verfasser des J-Textes habe lange nach Mose im Südreich Juda gelebt; der E-Text stamme von jemandem im Nordreich Israel.2 Betrachten wir nun die Argumente, auf die sich diese Hypothese stützt.

Die Vier-Quellen-Hypothese (JEDP-Modell)

Verschiedene Abschnitte des Pentateuch sind verschiedenen Autoren zugeordnet: J, E, D und P – D steht für (Ur-)Deuteronomium. Daher kommt die Bezeichnung „Vier-Quellen-Theorie“ oder „JEDP-Modell“.3 Diese Hypothese wurde von einer Reihe jüdischer und liberaler christlicher Theologen seit Ende des 17. Jahrhunderts entwickelt; dabei gab es verschiedene Vorschläge, wer was wann geschrieben hat, bis Ende des 19. Jahrhunderts die liberale Theologie sich grundlegend auf eine Version einigen konnte.

J-Quellen sind die Abschnitte, Verse oder manchmal auch nur Teile von Versen aus der Hand eines (oder mehrerer) Autors, der für Gott bevorzugt den hebräischen Namen „Jahwe“ gebrauchte; dieser Autor soll um 900–850 v. Chr. gewirkt haben.

E-Quellen sind die Texte, die für Gott den Namen „Elohim“ gebrauchen (verfasst angeblich um 750–700 v. Chr.).

D steht für „Deuteronomium“, größtenteils zugeordnet einem ande-ren Autor oder einem anderen Kreis von Autoren vielleicht um die Zeit der Reformen des Königs Josia im Jahr 621 v. Chr.

P steht für „Priesterschrift“: Vor allem die Texte im Buch Levitikus, aber auch andere Stellen im Pentateuch seien in der Verbannung in Babylon (seit 586 v. Chr.) von einem oder mehreren Priestern aufgeschrieben worden.

Um 400 v. Chr. sollen dann mehrere Redakteure diese vier unabhängig voneinander entstandenen Texte zur Thora, zum Pentateuch zusammengefügt haben. So habe man den Text zurzeit Jesu gekannt und so bestehe er bis heute.

Die Entstehung der Quellen-Hypothese

Ibn Esra (um 1092–1167) war ein sehr bedeutender Rabbiner. Er glaubte, dass Mose die Thora verfasst hatte; jedoch fand er in einigen Versen (z. B. 1. Mose 12,6 und 22,14) Sätze, die irgendwie fehl am Platze schienen.4 Allerdings ging er dem nicht nach, er versuchte nie, das zu enträtseln.5

Fünf Jahrhunderte später griff der jüdische Philosoph Baruch (Benedikt) Spinoza (1632–1677) Ibn Esras Äußerung auf und behauptete, Ibn Esra habe nicht geglaubt, dass Mose die Thora geschrieben habe; doch er erntete Widerspruch – es gab nämlich auch Aussagen von Ibn Esra, die Spinozas Auffassung widerlegten. Spinoza war Pantheist und wurde schon als junger Mann aus der Synagoge ausgeschlossen und mit dem Bann belegt (Kontaktverbot); sein Tractatus theologico-politicus (1670) wurde in Holland auf Betreiben der (reformierten) Kirche verboten. Darin behauptete und begründete Spinoza, nicht Mose hätte die Thora verfasst, sondern jüdische Priester. Neben den von Ibn Esra notierten Versen gab Spinoza einige weitere kurze Argumente gegen die Verfasserschaft des Mose – wenige Jahrzehnte später waren sie von christlichen Autoren mühelos widerlegt worden.6

Weitere Angriffe auf die Urheberschaft des Mose

In Frankreich erschien 1753 ein Buch von Jean Astruc; der Titel der deutschen Ausgabe lautet: Muthmaßungen in Betreff der Originalberichte deren sich Mose wahrscheinlicherweise bey Verfertigung des ersten seiner Bücher bedient hat, nebst Anmerkungen, wodurch diese Muthmaßungen theils unterstützt, theils erläutert werden (Frankfurt/M. 1783). Astruc glaubte zwar, dass Mose den Pentateuch verfasst hatte; aber er wurde zum Türöffner für die Bibelkritik.

Im Grunde genommen fragte sich Astruc (wie schon andere vor ihm), woher Mose wissen konnte, was lange vor seiner Geburt geschehen war – all das, was im Buch Genesis geschrieben steht: Woher wusste er all das über Abraham, Isaak und Jakob? Über Noah, Henoch, Kain und Abel, Adam und Eva? Über die Schöpfung? – Nun, da gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Mose an diese Informationen gekommen sein könnte: Gott hat es ihm offenbart; schriftliche Informationen, die die Israeliten bewahrt hatten; orale Tradition (mündliche Überlieferung).7 Wie dem auch sei: Unter der Leitung des Heiligen Geistes (2. Petrus 1,20–21) entstanden, sind die Bücher des Mose absolut wahr und fehlerfrei.

Auch Astruc fiel auf, dass in 1. Mose 1 bis 2,3 Elohim, das hebräische Wort für Gott, gebraucht wurde, aber ab 2,4 wechselt die Bezeichnung zum Eigennamen Gottes Jahwe (HERR). Laut Astruc legt das nahe, dass Mose aus verschiedenen Quellen geschöpft hatte – konkret: 1. Mose 1,1–2,3 sei der Schöpfungsbericht des Elohisten und 1. Mose 2,4–24 ein anderer, nämlich der des Jahwisten (E-Quelle und J-Quelle).8 So entstand die erste Annahme der Quellen-Hypothese: Der Gebrauch verschiedener Gottesnamen bedeutet, dass der Text von verschiedenen Autoren stammt.

Den nächsten Schritt unternahm Johann Eichhorn, er wandte Jean Astrucs Idee auf das ganze Buch Genesis an. 1780, in seiner Einführung in das Alte Testament, sagte Eichhorn, Mose habe ältere Texte abgeschrieben; in späteren Ausgaben machte er Zugeständnisse an die Ansicht, die J-E-Einteilung könne man bei allen fünf Mose-Büchern vornehmen und diese seien erst nach Mose entstanden.9

Auf Eichhorn folgten andere Ideen, die bestritten, dass Mose den Pentateuch geschrieben habe: 1802 bestand Johann Vater darauf, das Buch Genesis sei geschaffen worden aus mindestens 39 Fragmenten; 1805 behauptete Wilhelm de Wette, keines der fünf Mose-Bücher sei vor der Zeit König Davids geschrieben worden, Deuteronomium (das 5. Buch Mose) gar erst zur Zeit des Königs Josia.

Nun war Tor und Tür geöffnet für die These, auch andere Teile des mosaischen Gesetzes seien nicht von Mose geschrieben worden – nicht nur konstatierte man eine J-, eine E- und eine D-Quelle; man befand, das Buch Levitikus (3. Mose) und einige andere Teile des Pentateuch seien das Werk jüdischer Priester, das war die P-Quelle.

Heute gibt es mehrere Varianten der Quellen-Hypothese; die vielleicht beliebteste ist die von Julius Wellhausen (1895). Wellhausen datierte die angeblichen vier Quellen – und zwar keine früher als 900 v. Chr. (also frühestens 30 Jahre nach dem Tod Salomos).10

Der Alttestamentler Gleason Archer bemerkte dazu: „Wellhausen steuerte nichts Neues bei, doch formulierte er die Quellen-Theorie sehr geschickt und überzeugend neu und befürwortete die JEDP-Folge auf einer evolutionären Basis.“11 („Evolutionäre Basis“ bedeutet hier: das allmähliche Wachstum der Mose-Bücher aufgrund verschiedener Quellen, die dann von einem Redaktor zusammengestellt wurden.)

Auch wenn diese Ansicht von der großen Mehrheit der Fachleute und der Allgemeinheit akzeptiert wird – ist sie denn wirklich wahr? Stimmt es tatsächlich, dass Mose wenig bis gar nichts vom Buch Genesis oder der ganzen Thora geschrieben hat? Nun, es gibt mehrere Argumente, die uns dazu bringen, die Quellen-Hypothese als Erfi-dung von Ungläubigen abzulehnen.

Gründe gegen die Quellen-Hypothese

Es gibt viele gute Gründe, diesen Angriff auf die Bibel zu parieren. Schauen wir zunächst, was die Bibel selber darüber sagt, wer der Autor des Pentateuch ist.

Die Bibel zur Autorenschaft des Mose

Die folgende Tabelle zeigt: Der Pentateuch selbst bezeugt, dass Mose diese Bücher geschrieben hat (2. Mose 17,14; 24,4; 34,27; 4. Mose 33,1–2; 5. Mose 31,9–11). Darüber schweigt sich Wellhausen völlig aus. Es ist einfach, die Verfasserschaft des Mose zu leugnen, wenn man die Belege dafür geflissentlich übersieht; aber das ist keine redliche Wissenschaft.

Auch in anderen Büchern des Alten Testaments finden wir Bestätigungen: Josua 1,8; 8,31–32; 1. Könige 2,3; 2. Könige 14,6; 21,8; Esra 6,18; Nehemia 13,1; Daniel 9,11–13; Maleachi 3,22.

Das Neue Testament ist ebenfalls eindeutig: Matthäus 19,8; Johannes 5,45–47; 7,19; Apostelgeschichte 3,22; Römer 10,5; Markus 12,26. Die Juden kannten die Aufteilung des Alten Testaments, ihrer Heiligen Schrift, lange vor der Zeit Jesu: das „Gesetz des Mose“ (die ersten fünf Bücher des Alten Testaments), die „Propheten“ (viele Geschichts- und fast alle Prophetenbücher) und die „Schriften“ (Weis-heitsliteratur: Hiob, Psalmen, Sprüche; Ruth, Hoheslied, Prediger, Klagelieder, Esther; Daniel; Esra und Nehemia; Chronik). Wenn Jesus also vom „Gesetz Moses“ sprach, wussten seine jüdischen Zuhörer genau, was er meinte.

Ausgewählte Passagen, die die Verfasserschaft des Mose bestätigen

Altes Testament

2. Mose 17,14Da sprach der HERR zu Mose: Schreibe das zum Gedenken in ein Buch . . .
4. Mose 33,2Und Mose schrieb ihren Auszug und ihre Tagereisen auf Befehl des HERRN nieder.
Josua 1,7–8Achte darauf, dass du nach dem ganzen Gesetz handelst, das dir mein Knecht Mose befohlen hat. . . . Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen.
Josua 8,31. . . so wie Mose, der Knecht des HERRN, es den Kindern Israels geboten hatte, wie es geschrieben steht im Buch des Gesetzes Moses, einen Altar aus unbehauenen Steinen . . . (Siehe 2. Mose 20,24–25.)
Josua 23,6So haltet nun fest daran, alles zu befolgen und zu tun, was im Buch des Gesetzes Moses geschrieben steht.
1. Könige 2,3Und befolge die Anordnungen des HERRN, deines Gottes, . . . wie es im Gesetz Moses geschrieben steht . . .
2. Könige 14,6Aber die Söhne der Mörder tötete er nicht, wie es geschrieben steht im Buch des Gesetzes Moses, wo der HERR geboten hatte und sprach: „Die Väter sollen nicht um der Söhne willen sterben . . .“ (Siehe 5. Mose 24,16.)
1. Chronik 22,13. . . die Satzungen und Rechte zu befolgen, die der HERR dem Mose für Israel geboten hat.
Esra 6,18Und sie bestimmten die Priester nach ihren Abteilungen und die Leviten nach ihren Ordnungen für den Dienst Gottes in Jerusalem, wie es im Buch Moses geschrieben steht. (Das wird gelehrt in den Büchern Exodus und Levitikus.)
Nehemia 13,1Zu jener Zeit wurde vor den Ohren des Volkes im Buch Moses gelesen und darin geschrieben gefunden, dass kein Ammoniter und Moabiter in die Gemeinde Gottes kommen sollte ewiglich. (Siehe 5. Mose 23,3–5.)
Daniel 9,11. . . sondern ganz Israel hat dein Gesetz übertreten . . . Darum hat sich auch über uns ergossen, was . . . im Gesetz Moses, des Knechtes Gottes, ge-schrieben steht . . . (Siehe 5. Mose 28,15–69.)
Maleachi 3,22Gedenkt an das Gesetz Moses, meines Knechtes, das ich ihm auf dem Horeb für ganz Israel befohlen habe . . .

Neues Testament

Matthäus 8,4Und Jesus spricht zu ihm: . . . geh hin, zeige dich dem Priester und bringe das Opfer dar, das Mose befohlen hat . . . (Siehe 3. Mose 14,1–32.)
Markus 12,26Was aber die Toten anbelangt, dass sie auferstehen: Habt ihr nicht gelesen im Buch Moses . . . wie Gott zu ihm sprach: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“? (Siehe 2. Mose 3,6.)
Lukas 16,29Abraham . . . spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören!
Lukas 24,27Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht.
Lukas 24,44Er aber sagte ihnen: Das sind die Worte . . . dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Moses . . . von mir geschrieben steht.
Johannes 5,46Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.
Johannes 7,22Darum [sage ich euch:] Mose hat euch die Beschneidung gegeben . . .
Apostel- geschichte 3,22Denn Mose hat zu den Vätern gesagt: „Einen Pro-pheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken . . .“ (Siehe 5. Mose 18,15.)
Apostel- geschichte 15,1Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauch Moses beschneiden lasst . . .
Apostel- geschichte 28,23. . . und suchte sie zu überzeugen von dem, was Jesus betrifft, ausgehend von dem Gesetz Moses und von den Propheten.
Römer 10,5Mose beschreibt nämlich die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, so: „Der Mensch, der diese Dinge tut, wird durch sie leben“. (Siehe 3. Mose 18,5.)
Römer 10,19Schon Mose sagt: „Ich will euch zur Eifersucht reizen . . .“ (Siehe 3. Mose 18,1–5.)
1. Korinther 9,9Ja, im Gesetz Moses steht geschrieben: „Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt“. (Siehe 5. Mose 32,21.)
2. Korinther 3,15Doch bis zum heutigen Tag liegt die Decke auf ihrem Herzen, sooft Mose gelesen wird.

Hier noch einige Anmerkungen zum Werk Moses: Johannes 7,22 und Apostelgeschichte 15,1 sagen, dass das Gebot der Beschneidung von Mose gegeben wurde; Johannes stellt klar, dass die Beschneidung schon dem Abraham geboten wurde (1. Mose 17,10–14) – dennoch wird das Mose zugeschrieben, denn in seinen Schriften wurde es dokumentiert. Das Neue Testament schreibt alle Bücher von Genesis bis Deuteronomium dem Mose zu. Wer also bestreitet, dass die ersten fünf Bücher des Alten Testaments von Mose verfasst wurden, der bestreitet damit auch die Zuverlässigkeit der übrigen Autoren der Bibel, ja, die Glaubwürdigkeit von Jesus selbst.

Moses

War Mose überhaupt fähig, Bücher zu schreiben?

Abgesehen davon, dass die Bibel vielfach bezeugt, dass Mose den Pentateuch verfasst hat: Mose war durchaus fähig, dieses Werk zu schaffen. Er hatte die Ausbildung eines Pharaonensohnes (Apostelge-schichte 7,22) und erlebte als Augenzeuge fast all das mit, was in den Büchern Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium aufgezeichnet ist. Für Mose als Verfasser sprechen die vielen Nennungen und Anspielungen auf ägyptische Orts-, Personen- und Götternamen sowie ägyptische Wörter, Idiome und Bräuche; auch zog Mose konsequent die Außensicht auf Kanaan durch (Standorte: Ägypten, Sinai-Halbinsel, Ostjordanland).12 Als Prophet Gottes war er der richtige Adressat schriftlicher Aufzeichnungen oder mündlicher Überlieferung über die Patriarchen von Adam bis zu seiner Zeit – durch sie leitete der Heilige Geist ihn, das Buch Genesis irrtumslos zu schreiben. Keiner der alten Hebräer wäre besser qualifiziert gewesen, den Pentateuch zu verfassen, als Mose es war.

Die Denkfehler der Skeptiker

Ein letzter Grund gegen die Quellen-Hypothese und für die Annahme, dass der Pentateuch von Mose verfasst wurde, wie die Bibel es bezeugt – ein letzter Grund dafür sind die irrigen Grundannahmen und Überlegungen der liberalen Theologen und anderer Skeptiker.

Erstens: Sie machten ihre Schlussfolgerung zum Ausgangspunkt. Sie setzten voraus, dass die Bibel keine übernatürliche Offenbarung Gottes ist, und manipulierten dann den Bibeltext, um zu eben diesem Schluss zu gelangen – Zirkelschluss nennt man das. Ihr Denken war implizit deistisch13 oder atheistisch.

Zweitens: Sie nahmen an, die Religion Israels wäre einfach von Menschen erdacht und wie alle anderen Religionen ein Produkt der Evolution.

Drittens: Ebenfalls aufgrund des Evolutions-Szenarios nahmen sie zum Beispiel an: „Bis zur Krönung Davids war die Kunst des Schreibens in Israel praktisch unbekannt; daher konnte es aus der Zeit Moses keine schriftlichen Aufzeichnungen geben.“14 Diese Behauptung ist eine Beleidigung – nicht nur für die alten Israeliten, sondern auch für die Ägypter, die Mose ausgebildet hatten. Waren die Ägypter etwa nicht fähig gewesen, dem Pharaonen-Enkel Mose das Lesen und Schreiben beizubringen? – Seit der Entstehung der Quellen-Hypothese haben Archäologen eine Vielzahl schriftlicher Dokumente entdeckt, die vor der Zeit Moses entstanden sind. Es fällt schwer zu glauben, dass Israels Nachbarvölker schreiben konnten – und nur Israel nicht.

Viertens: Die Theorien liberaler Theologen stützen sich angeblich auf Belege im Bibeltext; aber die Belege in ebendieser Bibel, die ihre Theorien widerlegen, umgehen sie sorgfältig. Das ist Rosinenpickerei und nicht redliche Wissenschaft. Es ist keine aufrichtige Wahrheitssuche.

Fünftens: Ganz willkürlich gingen sie davon aus, dass die hebräischen Autoren anders waren als alle anderen Autoren – dass sie nicht fähig waren, für Gott mehr als nur einen einzigen Namen zu haben, oder für ein und dasselbe Thema verschiedene Schreibstile zu pflegen, oder Synonyme zu gebrauchen für ein und dasselbe Ding, für ein und dieselbe Idee.

Sechstens: Ihre subjektive Voreingenommenheit verführte sie, zu Unrecht anzunehmen, bis zum Erweis des Gegenteils sei jede Aussage der Bibel unzuverlässig (was sie bei keinem anderen alten oder modernen Text tun würden). Bei Diskrepanzen zwischen der Bibel und den Aufzeichnungen anderer Völker wurden automatisch letztere bevorzugt und von vornherein als gültiges Zeitzeugnis anerkannt. Die Beweislastumkehr aber verstößt gegen das Diktum des Aristoteles: In dubio pro reo – „Im Zweifel für den Angeklagten“, ein allgemein akzeptiertes Prinzip. Wie jedes andere Buch sollte die Bibel als „unschuldig“ (wahr) gelten, bis ihr die „Schuld“ (Unzuverlässigkeit) zwingend nachgewiesen ist.

Siebtens: Bei den alten semitischen Autoren gibt es viele Beispiele für Wiederholung und Doppelung als Stilmittel der Erzählkunst; doch wenn hebräische Autoren dies taten, ist es für die Bibelkritiker ein zwingender Beweis dafür, dass hier mehrere Autoren am Werk waren.

Achtens: Die Zweifler meinten, sie könnten mit wissenschaftlicher Genauigkeit festlegen, wann jedes einzelne Buch der Bibel zusammengestellt wurde – ohne dass sie irgendwelche andere hebräischen Texte zum Vergleichen gehabt hätten.15

Neuntens: Bis jetzt wurden aber noch keine Handschriften oder Fragmente gefunden, die eine J-Quelle, eine E-Quelle, eine P-Quelle, eine D-Quelle oder irgendeine andere Quelle hätten belegen können; auch gibt es keine antiken jüdischen Kommentare, die eines dieser imaginären Dokumente oder ihre angeblichen anonymen Autoren erwähnen würden. Alle Handschriften der Thora, die uns vorliegen, enthalten die ersten fünf Bücher der Bibel genau so, wie wir sie heute haben. Die jahrtausendealte Überlieferung der Juden, dass diese Bücher von Mose stammen, und ihre akribische, äußerst sorgfältige und konservative Abschreibekultur könnten für säkulare Denker das vielleicht stärkste Argument sein dafür, dass der Pentateuch tatsächlich von Mose verfasst wurde.

Ist die JEDP-Quellen-Hypothese dasselbe wie das Tafelmodell im Buch Genesis?

Das Wichtigste vorweg: Nein, diese beiden Sichtweisen auf das erste Mose-Buch unterscheiden sich grundlegend. Das Tafelmodell beruht auf dem hebräischen Wort toledot; dieses kommt im Buch Genesis elf Mal vor (1. Mose 2,4; 5,1; 6,9; 10,1; 11,10; 11,27; 25,12; 25,19; 36,1; 36,9; 37,2) und hilft, das ganze Buch zu einer einzigen Geschichte zusammenzufügen und den roten Faden zu finden. In unseren Bibelübersetzungen wird es unterschiedlich wiedergegeben, zum Beispiel mit „Geschichte“ oder „Entstehungsgeschichte“ (des Himmels und der Erde), „Geschlechtstafel“ oder „Generationen“ von Adam, Noah, Sem und so weiter.

Nicht einig sind sich die Wissenschaftler in der Frage, ob diese Tafeln jeweils zum vorhergehenden oder zum folgenden Text gehören; wir tendieren zur ersteren Möglichkeit: das Geschlechtsregister als eine Art Zusatzinformation zu dem Text, der ihm vorangeht. In diesem Fall bezeichnet der ihm zugeordnete Name („Dies ist die Ge-schichte der Söhne Noahs“, 1. Mose 10,1) den Autor oder Treuhänder, die Quelle dieses Abschnitts (siehe Tabelle 2). Wie dem auch sei, die elf toledot im Buch Genesis sind wie eine Schnur, an der die wichtigsten Ereignisse und Personen von der Schöpfung bis zur Zeit Moses wie Perlen aufgereiht sind.

Ganz anders als das JEDP-Modell zeugt das Tafelmodell von tiefem Respekt vor dem Text des Buches Genesis; es beachtet und verdeutlicht die explizite Einteilung, die das Buch selber vornimmt – sei es durch mündliche Überlieferung, also orale Tradition, oder durch Aufschriebe, die die Urväter der Menschheit an ihre Nachkommen weitergaben.16

Anhand von dieser Einteilung brachte Mose dann unter der Inspira-tion des Heiligen Geistes die Urgeschichte in ihre endgültige Form.

Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass Mose schriftliche Dokumente vorlagen, denn die zweiten todedot (1. Mose 5,1) beginnen mit: „Dies ist das Buch der Geschichte von Adam“; und „Buch“ – sefer ist das übliche hebräische Wort für ein schriftliches Dokument.

Auch der Bericht über die Sintflut nach den dritten toledot (1. Mose 6,9) liest sich wie ein Logbuch. Nur die Idee der Evolution kommt auf den Gedanken, Adam und seine Nachkommen hätten nicht schreiben können.

Die ersten Menschen waren sehr intelligent: Kain baute eine Stadt (1. Mose 4,17); sechs Generationen später bauten die Menschen Musikinstrumente und hatten herausgefunden, wie man Erze abbaut und Metalle herstellt (1. Mose 4,21–22).

Noah baute für seine Familie und für Tausende von Tieren ein riesiges Schiff, in dem sie eine einjährige Flut überleben konnten, und so weiter.17

Die toledot-Abschnitte im Buch Genesis

Anfang Schluss Wahrscheinlicher Autor des Originals, das Mose vorlag
1. Mose . . .1. Mose . . .
1,12,4aAdam (durch direkte Offenbarung von Gott, deshalb ohne Namensnennung)
2,4b5,1aAdam
5,16,9aNoah
6,9b10,1Sem, Ham und Jafet
10,211,10aSem
11,10b11,27aTerach
11,27a25,12aAbraham
25,12b25,19aIsmael
25,19b36,1aEsau
36,1b36,9aJakob?17
36,9b37,2aJakob
37,2b50,26Josef

Die Lehre der Bibel von der Inspiration der Heiligen Schrift verlangt nicht, dass wir zu dem Schluss kommen, alle Bücher der Bibel wären den Autoren von Gott diktiert worden. Ja, manchmal hat Gott tatsächlich diktiert, vor allem in den Prophetenbüchern (z. B. wenn es heißt: „Und das Wort des HERRN erging an mich folgendermaßen“). Aber ein Großteil der Bibel wurde geschrieben als Augenzeugen-Bericht der Autoren (siehe 2. Petrus 1,16) oder als Ergebnis der Re-cherche des Autors (Lukas 1,1–4).

Und so wie christliche Autoren heute aus nicht-christlichen Quellen wahrheitsgetreue Aussagen zitieren können, ohne dabei deren Irrtum insgesamt gutzuheißen, so konnten auch die Autoren der Bibel ungläubige Schriftsteller oder außerbiblische Quellen zitiert haben, ohne die Heilige Schrift dadurch zu korrumpieren (z. B. Josua 10,13; 2. Samuel 1,18; Apostelgeschichte 17,28; Titus 1,12; Judas 14–15).

Es erscheint also durchaus plausibel, dass Mose das Buch Genesis geschrieben hat auf Grundlage einer bereits bestehenden, zuverlässig bewahrten mündlichen Überlieferung oder aufgrund von schriftlichen Dokumenten der Patriarchen oder beidem.

Das Tafelmodell bekräftigt also, dass Mose der Autor des Buches Genesis ist. Im Gegensatz dazu zerteilen die JEDP-Anhänger den Text anhand der Gottesnamen und sagen bestenfalls, Mose hätte diese Tex-te einfach zusammengestellt und miteinander verwoben (und dabei oft Widersprüche fabriziert); die meisten JEDP-Befürworter aber sagen, nicht Mose sei der Verfasser des Buchs Genesis und des gesamten Pentateuch – der wäre Jahrhunderte später entstanden als Werk vieler Autoren und Herausgeber.

Erwiderung auf einige Einwände

Die Vertreter der Quellen-Hypothese haben eine Reihe von Einwän-den erhoben. Hier können wir nur die am häufigsten genannten erwidern – gewissermaßen exemplarisch; denn den übrigen Einwänden mangelt es ebenso an Logik und gründlicher Untersuchung des Textes.

„Mose konnte doch nicht über seinen eigenen Tod schreiben – das zeigt, dass das Buch Deuteronomium nicht sein Werk ist.“

Antwort: Vom Tod Moses lesen wir in 5. Mose (Deuteronomium) 34,5–12, also ganz am Schluss des Buches. Doch ist es in der Literatur einst und heute nichts Ungewöhnliches, dass am Schluss eines Werkes nach dem Tod des Verfassers ein Nachruf angefügt wird, besonders wenn er kurz nach dem Schreiben dieses Buches verstarb; nie hebt ein solcher Nachruf die Urheberschaft des Autors auf.18

Der Nachruf auf Mose im Buch Deuteronomium stammt wahrscheinlich von Josua. Josua war ein enger Mitarbeiter des Mose und von Gott auserwählt, das Volk Israel in das verheißene Land zu führen (denn Mose selber durfte es seines Ungehorsams wegen nicht betreten); Gott inspirierte Josua zum Schreiben des nächsten Buches im Alten Testament. Am Schluss seines Buches, des Buches Josua, wurde von einem inspirierten Redakteur ein Nachruf auf Josua hinzugefügt (Josua 24,29–33).

„Impliziert der Autor von 1. Mose 12,6 denn nicht, dass die Kanaaniter nicht mehr im Land waren – aber das war doch erst lange nach dem Tod Moses der Fall?“

(1. Mose 12,6: „Und Abram durchzog das Land bis zur Ortschaft Sichem, bis zur Terebinthe Mores. Damals aber waren die Kanaaniter im Land.“)

Antwort: Dieser Einwand besagt, diese Aussage müsse von einem Autor nach Mose stammen, von jemandem, der wusste, dass unter Josua die Kanaaniter ihrer Sünde wegen gerichtet und verdrängt wurden – also erst nach Moses Tod.

Dazu zweierlei: Erstens hätte Mose das leicht schreiben können, ohne dass er wusste, dass die Kanaaniter nach seinem Tod verdrängt werden würden, denn damals war es nichts Ungewöhnliches, dass Volksgruppen ausgerottet oder vertrieben wurden; das war also nur eine Feststellung, wer zur Zeit Abrahams im Land lebte. Aber zweitens könnte es auch der Kommentar eines späteren Redakteurs sein, den Gott zu dieser Ergänzung inspirierte; solch ein redaktioneller Kommentar gefährdet in keiner Weise die Urheberschaft des Mose am Buch Genesis. Es kommt durchaus vor, dass ein Herausgeber dem Buch eines verstorbenen Autors etwas hinzufügt; keiner würde deshalb bestreiten, dass das Buch das Werk des Verstorbenen ist.

„In 1. Mose 14,14 wird das Stammesgebiet Dan erwähnt; das wurde den Danitern aber erst bei der Landnahme unter Josua zugewiesen, also nach Moses Tod. Deshalb kann dieser Vers nicht von Mose ge-schrieben worden sein.“

(1. Mose 14,14–15: „Als nun Abram hörte, dass sein Bruder19 gefangen sei, bewaffnete er seine 318 erprobten Knechte, die in seinem Haus geboren waren, und jagte jenen nach bis Dan. Und er teilte seine Schar nachts auf und überfiel sie mit seinen Knechten und schlug sie und verfolgte sie bis nach Hoba, das zur Linken von Damaskus liegt.“)

Antwort: In 1. Mose 14,14 ist die Rede von „Dan“, doch ist hier nicht das Stammesgebiet Dans gemeint (das wurde ihm erst nach der Landnahme unter Josua zugeteilt), sondern eine bestimmte Stelle namens Dan, nördlich vom See Genezareth, und diesen Ort gab es lange bevor die Israeliten ins Land kamen. Der jüdische Historiker Josephus sagt im 1. Jahrhundert n. Chr.:

Als Abram von ihrem Unglück hörte, beschloss er in Sorge um seinen Vetter Lot und voll Mitleid mit den Sodomitern, seinen Freunden und Nachbarn, diesen zu Hilfe zu kommen, und brach ungesäumt mit den Seinen auf. In der fünften Nacht ereilte er die Assyrer bei Danus, der einen Quelle des Jordan, griff sie unver-sehens an und tötete die einen in ihren Betten; die anderen, die noch nicht eingeschlafen waren und unfähig zum Kampfe umhertaumelten, schlug er in die Flucht.20

Abraham kannte Dan, diesen Ort bei einer der Jordanquellen; vielleicht wusste auch Rahel davon – dan bedeutet „Richter“ –, denn so nannte sie den Sohn ihrer Magd (1. Mose 30,6), Jahrhunderte vor der Eroberung Kanaans unter Josua. Vermutlich sah Rahel in diesem Kind eine Wende ihres Geschicks: Endlich verschaffte ihr der HERR Recht und gewährte auch ihr einen Sohn, er, der gerechte Richter. Und dort an der Jordanquelle, bei Dan, richtete der HERR durch Abraham die Bedränger Lots.

So kann dieser Einwand nicht widerlegen, dass Mose der Autor des Buches Genesis ist. Das „Dan“ in 1. Mose 14,14 bezeichnet nicht das Gebiet, das unter Josua für den Stamm Dan erobert wurde.

„Offensichtlich wusste der Autor von 1. Mose 36,31, dass Israel Königreich war; aber Könige gab es in Israel erst lange nach Mose. Das kann nicht Mose geschrieben haben.“

(1. Mose 36,31: „Die Könige aber, die im Land Edom regiert haben, bevor ein König über die Kinder Israels regierte, sind diese:“)

Antwort: Diese Behauptung ist haltlos. Mose wusste zweifellos, dass das Volk Israel eines Tages einen König bekommen würde; der HERR hatte das Abraham (1. Mose 17,6) und Jakob (1. Mose 35,11) mitgeteilt; auch prophezeite Mose das selber (5. Mose 17,14–20). Mose wusste also sehr wohl, dass Israel einst Königreich sein würde.

Fazit

Sowohl in der Bibel selber als auch außerhalb der Bibel gibt es reichlich Belege und Hinweise, dass der Pentateuch von Mose verfasst wurde, während Israel durch die Wüste wanderte, also in den vierzig Jahren zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Einzug ins ve-heißene Land (etwa 1445–1405 v. Chr.), und nicht nach der Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft um 500 v. Chr., wie liberale Theologen und andere Zweifler behaupten. Christen, die glauben, dass Mose den Pentateuch geschrieben hat, brauchen sich von solchen Intellektuellen nicht einschüchtern zu lassen; sie sind Feinde der Wahrheit Gottes, und nicht wir, sondern sie lesen und interpretieren oberflächlich und weichen den Fakten aus.

Mose war ein Prophet Gottes und schrieb unter göttlicher Inspiration; deshalb können wir gewiss sein: Seine Schriften sind ausnahmslos akkurat und zutreffend; sie sind authentisch und deshalb ernst zu nehmen. Jesus und die ersten Apostel haben die Thora, die Mose-Bücher als von Mose stammend akzeptiert und bestätigt; sie gründeten ihre Lehre und die Wahrheit des Evangeliums auf die im Pentateuch geoffenbarte Wahrheit – auch die Wahrheit, dass vor 6000 Jahren in sechs Tagen Himmel und Erde erschaffen wurden, dass bei Adams Sündenfall die Erde unter den Fluch kam und dass etwa 1600 Jahre danach zur Zeit Noahs das Gericht der Sintflut erfolgte.

Der Angriff auf die Urheberschaft Moses am Pentateuch ist nichts Geringeres als ein Angriff auf die Wahrhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Autorität des Wortes des allmächtigen Gottes. Christen sollten an Gott glauben und nicht an die fehlbaren, sündigen Zweifler in und außer der Kirche, die in intellektueller Arroganz bewusst oder unbewusst versuchen, das Wort Gottes zu untergraben, um vor sich selber (nicht vor Gott, das wird ihnen nicht gelingen) ihre Rebellion gegen Gott zu rechtfertigen – wie Paulus schreibt: „Vielmehr erweist sich Gott als wahrhaftig, jeder Mensch aber als Lügner“ (Römer 3,4).

Bodie Hodge forscht, schreibt und hält Vorträge für „Answers in Genesis“ (USA). Er hält einen Mastergrad in Maschinenbau (Southern Illinois University, Carbondale); siehe auch https://answersingenesis.org/bios/bodie-hodge/.
Dr. Terry Mortenson forscht, schreibt und hält Vorträge für „Answers in Genesis“ (USA), eine christliche Organisation, die den Schöpfungsbericht der Bibel apologetisch untermauert. Er ist Master der Theologie und Doktor der Geschichte der Geologie (Coventry University, Großbritannien) und hielt Vorträge zur Schöpfung in bisher 25 Ländern, siehe auch https://answersingenesis.org/bios/terry-mortenson/.

Buch: Fragen und Antworten zur Wahrheit der Bibel

In diesem Band geht es vor allem um die Frage „Evolution – Wissenschaft oder Glaube?“

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Footnotes

  1. The New American Bible. Nashville, TN: Memorial Bible Publishers (1976), S. 1.
  2. The Dartmouth Bible. Boston, MA: Houghton Mifflin (1961), S. 8–9.
  3. Einige Forscher vermuten eine andere Reihenfolge der Entstehung und ordnen die Buchstaben deshalb anders: JEPD.
  4. „Damals aber waren die Kanaaniter im Land“ (1. Mose 12,6) und „sodass man noch heute sagt“ (1. Mose 22,14) – diese Aussagen legen nahe, dass es sich dabei um spätere Kommentare handelt.
  5. Allan MacRae, JEDP: Lectures on the Higher Criticism of the Pentateuch. Hatfield, PA: Interdisciplinary Biblical Research Institute (1994), S. 63.
  6. Ebd., S. 63–64. Spinoza argumentierte unter anderem: Erstens:. In 4. Mose 12,3 heißt es, Mose sei der demütigste Mensch seiner Zeit gewesen – ein wahrhaft demütiger Mensch würde das niemals über sich selber schreiben. Zweitens: Mose steht in der Thora in der dritten Person; als Autor hätte er das nicht getan. Drittens: Mose hätte nicht seinen eigenen Nachruf schreiben können (5. Mose 34,5–6). – Die Entgegnung: Wenn diese wenigen Informa-tionen (1. Mose 12,6; 22,14; 4. Mose 12,3; 5. Mose 34,5–6) lange nach Mose von einem inspirierten Redakteur hinzugefügt wurden, untergräbt das nicht die Richtigkeit des biblischen Zeugnisses, dass Mose den Pentateuch verfasst hat. Zudem: Viele Autoren schreiben über sich in der dritten Person, das ist nichts Ungewöhnliches. Siehe auch S. 40 ff. in diesem Buch.
  7. Siehe dazu Bodie Hodge, „How was Moses able to read pre-Tower of Babel texts?“ 23.10.2006.
  8. MacRae, JEDP, S. 70–72.
  9. Ebd., S. 72–84.
  10. Josh McDowell, A Ready Defense. Nashville, TN: Thomas Nelson (1993), S. 137–139.
  11. Gleason L. Archer jr., A Survey of Old Testament Introduction. Chicago, IL: Moody Press (1985), S. 89 (Ausgabe 1994: S. 95).
  12. Der geachtete amerikanische Alttestamentler Gleason Archer zeigt anhand linguistischer und anderer Belege: Der Autor des Pentateuch kannte Einzelheiten über Ägypten, die ein Autor Jahrhunderte nach dem Exodus und der Wüstenwanderung nicht wissen konnte; diese Einzelheiten sind vollkommen vereinbar mit der Verfasserschaft des Mose. Siehe Archer, A Survey, S. 114–123.
  13. Deismus: Gottgläubigkeit aus Verstandesgründen, Glaube an einen Schöpfer, „ein höheres Wesen“, aber im Unterschied zu Offenbarungsreligionen (Judentum, Christentum, Islam) und zum Theismus greift dieser Schöpfer nicht weiter in die Welt ein.
  14. Ebd., S. 175.
  15. Für eine eingehende Erklärung dieser Punkte siehe Archer, A Survey, S. 109–113.
  16. Jeder Mensch muss wissen, wo er herkommt und wo er hingehört in der Menschheit; fehlt dieses Wissen, ist große Verunsicherung die Folge. Jede Kultur, sie sei noch so „primitiv“ (nach unseren arroganten westlichen Maßstäben), lehrt ihre Kinder ihre Geschichte. (Wie zutreffend und korrekt diese Geschichte sein mag, das sei hier dahingestellt.) Es ist daher höchst unwahrscheinlich anzunehmen, die Patriarchen in der Genesis hätten ihre Geschichte nicht festgehalten und weitergegeben; zudem ist es vielfach nachgewiesen, dass Volksgruppen ohne Schriftsprache ein viel besseres Gedächtnis haben und ihre mündliche Überlieferung weit sorgfältiger hüten als Volksgruppen, die sich auf Geschriebenes verlassen können. Siehe Kenneth E. Bailey, „Informal Controlled Oral Tradition and the Synoptic Gospels“, Themelios 20.2 (Januar 1995), S. 4–11 (http://www.biblicalstudies.org.uk/article_tradition_bailey.htm; Stand 21.01.2011), und „Oral Traditions – Oral Traditions As A Source And As A Method Of Historical Construction“ (http://science.jrank.org/pages/10523/Oral-Traditions-Oral-Traditions-Source-Method-Historical-Construction.html; Stand 21.01.2011).
  17. Die Liste der Nachkommen Esaus enthält toledot vor und nach ihm; ob man die toledot nun als vorangestellt annimmt oder als nachgeordnet, das Problem bleibt. Vielleicht deutet das an, dass der Bericht von Esau (36,1–9) eingefügt wurde in den von Jakob geschriebenen Bericht (25,19–37,2), da nicht Esau, sondern Jakob Stammvater des Messias war und somit Träger der Verheißung an Adam (3,15).
  18. Inzwischen erscheinen Ergänzungen solcher Art in der Regel als Fußnote, oder sie werden ausdrücklich als Nachtrag kenntlich gemacht; doch können wir nicht verlangen, dass diese Konvention auch für die Herausgeber des Altertums gelten muss.
  19. So wie „Sohn des“ im Hebräischen nicht zwingend bedeutet, dass es sich hier um Vater und Sohn im engsten Sinne handelt, so bezeichnet das hier mit „Bruder“ übersetzte hebräische Wort nicht immer einen leiblichen Bruder, sondern kann auch allgemeiner einen Sippen- oder Stammesverwandten meinen. Hier war Lot der Sohn von Abrahams Bruder, also der Neffe von Abraham.
  20. Des Flavius Josephus Jüdische Altertümer. Übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. Heinrich Clementz. I. Band. Halle/Saale: Otto Hendel (1899), S. 42.

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