Kapitel 10

Die Sieben C’s

von Ken Ham am Juli 1, 2002 ; last featured November 2, 2026
Auch erhältlich in English

Republished with permission and featured in Why Won’t They Listen by Ken Ham.

Schöpfung (creation), Sündenfall (corruption), Katastrophe (catastrophe), Verwirrung (confusion), Christus (Christ), Kreuz (cross) und Vollendung (consummation). Die „7 C’s” der Geschichte sind eine einprägsame Weise zu zeigen, dass die Bibel ein Geschichtsbuch ist und ihre Ereignisse mit der realen Geschichte verbunden sind. Dieses Konzept hilft uns, Fossilien, Gesteinsschichten, Volksgruppen und vieles mehr zu verstehen.

Als ich Anfang der achtziger Jahre zum ersten Mal Amerika besuchte, wurde ich gebeten, als Gast in verschiedenen christlichen Radiosendungen aufzutreten. Anfangs war ich ziemlich nervös, weil ich nicht wusste, welche Fragen man mir stellen würde. Mit der Zeit stellte ich jedoch fest, dass mir dieselben Fragen gestellt wurden, die mir auch Menschen in australischen Gemeinden stellen würden. Diese Fragen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Woher hatte Kain seine Frau?
  • Können Christen nicht auch an die Evolution glauben?
  • Beweist die Radiokohlenstoffdatierung nicht, dass die Erde sehr alt ist?
  • Wie passen Dinosaurier zur Bibel?
  • Haben Wissenschaftler nicht bewiesen, dass die Erde Milliarden von Jahren alt ist?
  • Wie konnte Noah all die Tiere auf die Arche bringen?
  • Gab es nicht eine zeitliche Lücke zwischen den ersten beiden Versen in Genesis?
  • Ist ein Tag nicht wie tausend Jahre, sodass die Schöpfungstage lange Zeiträume sein müssen?
  • Woher kommen die verschiedenen „Menschenrassen”?
  • Wie erklärt man den sogenannten Urmenschen bzw. Menschenaffen?
  • Sind die Schöpfungstage gewöhnliche Tage?

Im Jahr 1987 zogen wir in die Vereinigten Staaten. Seitdem bin ich in zahlreichen Radiosendungen als Gesprächsgast aufgetreten. Wissen Sie, was dabei bemerkenswert ist? Im Grunde stellen mir die Zuhörer jedes Mal dieselben Fragen. Manchmal fragt mich ein Moderator sogar noch vor Sendungsbeginn, mit welchen Fragen ich von den Anrufern rechne.

Meine Standardantwort lautet dann: „Nun, lassen Sie mich Ihnen sagen …” - anschließend gehe ich genau die obige Liste durch.

Im Laufe der Jahre habe ich versucht, die Antworten auf diese Fragen in meine Vorträge zu integrieren, in dem Wissen, dass die meisten Zuhörer im Großen und Ganzen genau darauf Antworten suchen. Das hat uns schließlich dazu veranlasst, ein Buch mit dem Titel The Answers Book 1 zu veröffentlichen, das ausführliche Antworten auf diese am häufigsten gestellten Fragen bietet.

Diese Erfahrung zeigt mir etwas sehr Wichtiges. Der durchschnittliche Christ erhält offensichtlich weder in seiner Gemeinde noch in christlichen Schulen Antworten auf diese Fragen.

Weiterhin stellte ich noch etwas Interessanteres fest. Bereits im Jahr 1925, beim berühmten Scopes-Prozess in Dayton, Tennessee, wurde William Jennings Bryan, der Mann, der bei dem Prozess im Wesentlichen das Christentum vertrat, mit einigen dieser Fragen konfrontiert. 2 Er konnte sie nicht beantworten!3 Leider scheint sich seitdem nicht viel geändert zu haben.

Selbst wenn ich in säkularen Talkshows auftrete, werden mir viele dieser Fragen gestellt. Ich bin überzeugt, dass dies daran liegt, dass es in der säkularen Welt Menschen gibt, die wissen, dass die meisten Christen darauf keine Antwort haben, besonders auf Fragen wie: „Woher hatte Kain seine Frau?” Für Nichtchristen wird gerade diese fehlende Antwort oft zur Rechtfertigung dafür, der Bibel keinen Glauben zu schenken.

Außerdem habe ich festgestellt, dass Christen aus konservativen, bibeltreuen Gemeinden viele derselben Fragen stellen. Wieder einmal glaube ich, dass die meisten Christen die Bibel nicht mit der realen Welt in Verbindung bringen können, weil sie so stark von weltlichen Lehren beeinflusst wurden. Selbst wenn sie nicht direkt an die Evolution glauben, sind sie dennoch mit Millionen von Jahren Geschichte und anderen evolutionären Lehren indoktriniert worden. Die Angriffe auf Genesis sind derart massiv, dass die meisten Christen aufgegeben haben, sie zu verteidigen. Nun können sie grundlegende Fragen nicht mehr beantworten. Und wenn sie diese Fragen nicht beantworten können, werden es auch ihre Kinder nicht können. So kann es leicht geschehen, dass ihre Kinder die gesamte Bibel ablehnen, was im Christentum in alarmierendem Ausmaß geschieht.

Die meisten Menschen in unseren Gemeinden verstehen nicht, dass die Bibel ein Geschichtsbuch ist. Das Christentum basiert nicht auf Mythen oder interessanten Geschichten – es basiert auf realer Geschichte. Es gab einen echten Adam, mit dem wir alle verwandt sind. Es gab einen echten Garten und einen realen Sündenfall, weshalb wir alle Sünder sind. Es gab einen echten Fluch, weshalb es Tod und Leid gibt.

Wovor müssen wir gerettet werden, wenn die Bibel wirklich nicht vertrauenswürdig ist?

Ein Pastor mag vielleicht der beste Bibelausleger der Welt sein. Er könnte seiner Gemeinde Vers für Vers die Schrift lehren (was, nebenbei bemerkt, genau die Art von Bibellehre ist, die wir alle brauchen). Dennoch gilt: Wenn der Großteil der Gemeinde die oben genannten Fragen nicht beantworten kann – und selbst wenn dieser Pastor jeden Vers in Genesis korrekt auslegt – wird er seine Leute letztlich nicht erreichen. Wenn Pastoren den Bezug zur realen Welt nicht herstellen können, bleibt das alles bloße Theorie.[5.1][6.1] Ich habe den Eindruck, dass viele Christen die Bibel nur als ein Buch über die Erlösung betrachten. Für sie dreht sich das Christentum lediglich darum, gerettet zu werden, in den Himmel zu kommen und die Menschen vor der Hölle zu warnen.

Aber das Christentum ist viel mehr als das. Es ist eine eigene Denk- und Lebensweise in der heutigen Welt. Wenn unsere Kinder Fragen zur realen Welt stellen – Fragen wie die oben genannten zu Dinosauriern, Fossilien, der Arche Noah, Kains Frau oder den verschiedenen Völkern – müssen wir ihnen zeigen, dass die Bibel all dies mit der Realität verbindet. Wenn der Bezug zur realen Geschichte verloren geht, was bedeutet es dann letztendlich, gerettet zu sein? Wovor müssen wir gerettet werden, wenn die Bibel wirklich nicht vertrauenswürdig ist?

Nachdem ich in einer Gemeinde gesprochen hatte, kam ein Mann auf mich zu und sagte: ‘Wow, mir war gar nicht bewusst, wie wichtig Genesis ist. Darüber habe ich noch nie so nachgedacht. Ich bin begeistert. Wo sind diese Bücher, die Sie erwähnt haben? Ich möchte einige kaufen.’

Der Pastor, der in der Nähe stand, kam zu mir und sagte: ‘Ich verstehe das nicht. Ich habe mir die Seele aus dem Leib über Genesis gepredigt, und dieser Mann hat monatelang mit mir darüber diskutiert. Dann kommen Sie hierher, halten einen Vortrag, und er hat seine Meinung geändert. Was ist passiert?’

Ich hatte Genesis nicht nur anhand des Textes erklärt, sondern sie mit der realen Welt in Verbindung gebracht, indem ich die Widersprüche aufzeigte, die entstehen, wenn man den Lehren der Welt glaubt, und zugleich einige der häufigsten Fragen beantwortete, von denen ich wusste, dass Menschen wie dieser Mann sie haben.

Es ist eine ganz andere Art, Genesis zu lehren.

Um dies weiter zu veranschaulichen, möchte ich Ihnen die grundlegende Idee hinter einem Bibel-Lehrplan vorstellen, den wir erarbeiten [jetzt abgeschlossen]. Ich bin überzeugt, dass diese Art der Vermittlung grundsätzlich in der gesamten Bibellehre der Gemeinde angewendet werden sollte.

Wir nennen es den „7-C- Ansatz“. Die sieben C’s stellen die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte aus der Bibel dar. Wir beginnen am Anfang und verfolgen den Verlauf der Geschichte bis zu ihrem Ende.

Creation
Corruption
Catastrophe
Confusion
Christ
Cross
Consummation

The Seven Cs

Natürlich könnte man noch viele andere Ereignisse hinzufügen, aber dies sind einige der wichtigsten Ereignisse der Geschichte. Wir stellen diese auf einer Zeitleiste dar, vom Anfang (vor etwa 6.000 Jahren) bis zur Gegenwart und darüber hinaus in die Zukunft. Wenn man einmal darüber nachdenkt, lässt sich alles, was wir im Christentum lehren, auf diese historische Zeitleiste zurückführen. Und darauf kommt es an: Wir müssen den Menschen zeigen, dass die Bibel ein Geschichtsbuch ist und dass alles mit der realen Geschichte verbunden ist.

Wenn wir also die Bibel lehren, bin ich der Überzeugung, dass wir immer vier zentrale Schwerpunkte einbeziehen müssen.

  1. Wir müssen deutlich – aus der einfachen Sprache heraus– lehren, was die Bibel aussagt. Zum Beispiel: Weil es Gottes Wort ist (und nicht nur ein menschliches Werk), muss die Schrift selbst authentisch und selbstbezeugend sein, und die Schrift muss die Schrift auslegen. Sicherlich können außerbiblische Quellen herangezogen werden, um uns beim Verständnis des historischen Hintergrunds zu helfen, vor dem sie geschrieben wurde; diese Quellen müssen jedoch der Auslegung der Worte der Bibel untergeordnet bleiben.

  2. Da die Welt der Bibel feindlich gegenüber steht, müssen wir sicher sein, dass wir verstehen, was die Welt sagt und tut, um die Bibel anzugreifen und zu untergraben. Dem gilt es dann entgegenzuwirken.

  3. Christen sollten darin unterrichtet werden, wie sie logisch verteidigen können, was die Bibel uns lehrt, wobei berücksichtigt werden sollte, wie die säkulare Welt (und sogar andere Christen) diesen Punkt angreifen. Da viele Christen sich den Lehren der Welt angepasst haben, müssen die Menschen lernen, warum diese Kompromisspositionen falsch sind, damit sie ihren Glauben gegenüber anderen Gläubigen verteidigen können. Dies überschneidet sich mit Punkt 4.

  4. Die daraus abgeleitete Lehre muss klar dargelegt werden und dann auf unser tägliches Leben angewendet werden.

Kommen wir nun zu einigen praktischen Beispielen.

A. Wir lehren über die Erschaffung von Adam und Eva

Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele (1. Mose 2,7).

Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen; und während er schlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Und Gott der HERR bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen. Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll ‘Männin’ heißen; denn vom Mann ist sie genommen! Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein (1. Mose 2,21–24).

  1. Die Bibel sagt eindeutig, dass Adam aus Staub geschaffen wurde und Eva aus seiner Seite.

  2. Die Welt hingegen lehrt, dass der Mann sich aus einem Menschenaffen entwickelt habe und die Frau aus einer Affenfrau. Diese Lehre muss als falsch aufgezeigt werden. Beispiele sogenannter Urmenschen können widerlegt werden.

  3. Christen können darin unterrichtet werden, zu verteidigen, dass es am Anfang einen Mann und eine Frau gab. Bibelstellen wie 1. Korinther 15,45 und 1. Mose 3,20 können dafür herangezogen werden. Die enge genetische Verwandtschaft aller Menschen lässt sich wissenschaftlich belegen – nicht als “Beweis”, sondern als solider Hinweis4

  4. Die Lehre über die Ehe – ein Mann für eine Frau fürs Leben – sollte erklärt werden. Die Tatsache, dass wir in der Ehe eins werden (vgl. Matthäus 19,4–6 und Epheser 5,28–29), hängt damit zusammen, dass Eva aus Adam genommen wurde – sie waren ein Fleisch. Eva könnte nicht von einem bereits existierenden Tier abstammen; dies würde die Grundlage der Einheit in der Ehe zerstören.

B. Die Lehre vom Sündenfall Adams

  1. Die Bibel sagt eindeutig, dass es einen echten Baum, einen Garten, eine Schlange, eine Versuchung, eine Frucht und einen Adam gab. Adam hat tatsächlich rebelliert. Die Sünde kam in die Welt – und sie hatte Konsequenzen.

  2. Die Welt hingegen lehrt, dass ein solches Ereignis in der Geschichte nie stattgefunden habe. Die Welt lehrt die Lehre des Uniformitarismus – den Glauben, dass die Dinge für Millionen von Jahren im Wesentlichen so verlaufen sind wie heute. Christen können geologische Ereignisse (wie den Ausbruch des Mount St. Helens5) und deren Folgen (schnelle Ablagerung von Sedimenten, Entstehung von Canyons usw.) anführen, um dies zu widerlegen. Da Tod, Krankheit, Blutvergießen und Leid eine Folge der Sünde waren, kann es keine Millionen Jahre Tod und Krankheit in den Fossilien vor Adam geben

  3. Christen müssen in der Lage sein zu verteidigen, dass es einen realen Sündenfall gegeben haben muss – dass dieser den Ursprung von Tod und Leid erklärt. Das ist das Einzige, das eine scheinbar widersprüchliche Welt verständlich machen kann. Der Sündenfall muss ein tatsächliches Ereignis in der Geschichte gewesen sein, sonst kann Sünde nicht definiert werden. Christen müssen diesem Bericht als historische Tatsache glauben.

  4. Die Lehre von der Sünde, ihren Folgen und der Tatsache, dass wir alle Nachkommen dieses ersten Menschen sind, erklärt, warum wir Sünder sind – und warum wir Rettung brauchen. Dazu gehört auch die Lehre von der Wiederherstellung, der zukünftigen Aufhebung des Fluches.

C. Das Kreuz und die Auferstehung

  1. Die Bibel lehrt klar den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Es war eine leibhaftige Auferstehung.

  2. Die Welt hingegen behauptet, Jesus sei nur ein Mensch gewesen – dem müssen Christen entgegentreten. Einige sagen auch, Jesus sei nicht wirklich von den Toten auferstanden – die sogenannte ‘Scheintod-Theorie’. Es gibt viele gute Bücher, die dabei helfen, die Historizität dieses Berichts zu verteidigen.

  3. Den Menschen muss vermittelt werden, dass der Grund für seinen Tod darin liegt, dass der Tod die Strafe für die Sünde war. Deshalb können Christen nicht an Millionen von Jahren Erdgeschichte glauben und diese der Bibel hinzufügen.6

  4. Die Lehre von der Auferstehung ist zentral für das Evangelium. Jesus wird der ‘letzte Adam’ genannt, weil Er das neue Haupt der Menschheit wurde und den Platz des ‘ersten Adam’ eingenommen hat.7

Immer wenn Bibellehrer das Wort Gottes auslegen, sollten sie sich bewusst sein, dass das, was sie lehren, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gemeinde angegriffen wird. Indem sie ihre Zuhörer lehren, wie sie die Bibel gegen diese Angriffe verteidigen können, rüsten sie Christen dazu aus, die Bibel in der Öffentlichkeit überzeugender zu verteidigen und ihre Kinder mit Autorität zu unterweisen.

Einer der Gründe, warum ich dies so betone, liegt darin, dass es in meinem eigenen Leben eine große Rolle gespielt hat. Mein Vater war jemand, der die Bibel stets gegen die Angriffe seiner Zeit verteidigte. Es genügte ihm nicht, einfach zu sagen: „Glaube es und kümmere dich nicht darum, was andere sagen.“ Er sah die Notwendigkeit, die Bibel logisch zu verteidigen – wohl wissend, dass sie ohnehin für sich selbst steht.

Wenn es Situationen gab, in denen mein Vater keine Antworten hatte, gab er nicht einfach dem nach, was andere behaupteten. Er forschte vielmehr geduldig nach Antworten. Als ich ihn beispielsweise auf die Evolutionslehre ansprach, die ich in der Schule vermittelt bekam, hatte er zunächst keine Antwort. Wir verfügten damals nicht über die Fülle an Materialien, die uns heute zur Verfügung steht. Doch anstatt so zu reagieren wie viele andere Christen (etwa wenn sie ihren Kindern sagen, man könne die Evolution mit der Bibel verbinden oder dass es keine große Rolle spiele), betonte er die Wichtigkeit eines wörtlichen Verständnisses von Genesis. Was die wissenschaftlichen Aspekte betrifft, erklärte er, dass wir abwarten müssten. Wenn er davon überzeugt war, dass der Bibeltext etwas klar lehrte, hielt er unbeirrt daran fest – unabhängig von allem anderen. Das hat mich nachhaltig geprägt. Als schließlich Antworten gefunden wurden, freute er sich sehr, dass er nun dem entgegenhalten konnte, was die Welt lehrte.

Wenn ich im Laufe der Jahre Jugendgruppen, christliche Schulen und andere Gemeindekreise besucht habe, war ich immer wieder enttäuscht, dass viele zwar voller Eifer für den Herrn waren, die meisten jedoch grundlegende Fragen zum Christentum nicht beantworten konnten. Sie waren kaum in der Lage, ihren Glauben überzeugend zu verteidigen.

Junge Menschen, die von einer christlichen Schule oder Universität kommen, mögen akademisch hervorragende Leistungen vorzeigen, mit Bachelor- und Masterabschlüssen hervorgehen und angesehene Positionen erlangen – doch wenn sie ihren Glauben nicht verteidigen und das Evangelium in einer zunehmend säkularen Gesellschaft nicht überzeugend verkünden können, welchen Wert hat dann all diese Bildung?

Im Folgenden finden sich nur einige der grundlegenden Fragen, die viele Christen nicht beantworten können. Warum prüfen Sie nicht einmal ernsthaft, ob Sie selbst (oder die Menschen in Ihrer Gemeinde) in der Lage sind, darauf angemessen zu antworten:

Woher stammt die Bibel? Warum ist sie das Wort Gottes? Woher wissen wir, dass sie unfehlbar ist? Wer hat die Bibel verfasst? Warum ist das Christentum überlegen gegenüber dem Buddhismus? Woran erkennen wir, dass es einen Gott gibt? Woher kam Gott?

Wenn man darüber nachdenkt, handelt es sich hierbei wirklich um ganz grundlegende Fragen. Und natürlich gibt es auch noch diese Fragen:

Woher hatte Kain seine Frau? Können Christen nicht auch an die Evolution glauben? Beweist die Radiokohlenstoffdatierung nicht, dass die Erde sehr alt ist? Wie passen Dinosaurier zur Bibel? Haben Wissenschaftler nicht bewiesen, dass die Erde Milliarden von Jahren alt ist? Wie konnte Noah all die Tiere auf die Arche bringen? Gab es nicht eine zeitliche Lücke zwischen den ersten beiden Versen in Genesis? Ist ein Tag nicht wie tausend Jahre, sodass die Schöpfungstage lange Zeiträume sein müssen? Woher kommen die verschiedenen „Menschenrassen”? Wie erklärt man den sogenannten Urmenschen bzw. Menschenaffen? Sind die Schöpfungstage gewöhnliche Tage?

Ich bin überzeugt, dass ein Großteil der Kirche in einer Sackgasse steckt. Wir müssen beinahe mit dem aufhören, was wir tun, und zu den allergrundlegensten Grundlagen zurückkehren. Lehrende sollten die Menschen darin unterweisen, wie sie die grundlegenden Wahrheiten des Christentums verteidigen können. An dieser Stelle sehe ich die moderne Kirchen in erheblichem Maße scheitern. Es gibt zu viel Emotionalität – zu viele Programme – und nicht genug Unterricht im Wort Gottes und darin, wie man es in der heutigen Welt verteidigt. Es ist kaum Verständnis für das eigentliche Grundproblem vorhanden, das zu unserer moralischen Krise in der Gesellschaft geführt hat. Dieses fehlende Verständnis für das grundlegende Problem zeigt sich auch in der Art und Weise, wie die Kirche im Allgemeinen die Lehre von der Schöpfung betrachtet.

Im Laufe der Jahre habe ich viele Christen argumentieren hören, dass ein christliches Werk wie Answers in Genesis nicht so bedeutend sei, weil die Schöpfung schließlich nur eine „zweitrangige Lehre“ sei. Sie sind der Ansicht, es sei weitaus wichtiger, sich auf das Neue Testament und dessen Lehren über Christus zu konzentrieren.

So schrieb beispielsweise einer unserer Unterstützer an den Gründer und Präsidenten von Promise Keepers (Bill McCartney) und erkundigte sich nach der Haltung von Promise Keepers zur Schöpfungsfrage. Die Antwort des Assistenten des Präsidenten spiegelt meiner Ansicht nach die Haltung eines Großteils der Kirche zu diesem Thema wider. Diese Antwort lautete:

Sie müssen wissen, dass das christliche Werk Promise Keepers zu solchen Fragen keine Stellung bezieht. Tatsächlich versuchen wir bewusst, derartige Debatten zu vermeiden. Unsere Bemühungen zielen darauf ab, Männer auf der Grundlage der historisch „wesentlichen“ Lehren des orthodoxen Christentums, wie sie in unserem Glaubensbekenntnis festgehalten sind, zusammenzuführen – oder den Fokus auf das zu legen, was den Leib Christi eint, statt auf das, was ihn spaltet.

Da verschiedene Kirchen und einzelne Christen unterschiedliche Ansichten über die Schöpfung vertreten, glauben wir, dass dieses Thema in die Kategorie ‘zweitrangige Lehren’ fällt, ebenso wie Dinge wie Geistesgaben, ewige Sicherheit, die Entrückung etc. Kurz gesagt: Wenn es um Themen wie die Schöpfung geht, sind wir der Überzeugung, dass Christen einander Gnade erweisen sollten, wie es in dem Grundsatz zusammengefasst ist: ‘In den wesentlichen Dingen Einheit, in den unwesentlichen Freiheit, in allen Dingen Liebe.’8

Dies soll in keiner Weise eine negative Bewertung der Promise Keepers-Bewegung oder ihrer Leitung darstellen. Es ist auch nicht dazu gedacht, sie besonders hervorzuheben. Vielmehr fasst ihr Zitat in prägnanter Weise eine Haltung zusammen, die von der überwältigenden Mehrheit christlicher Dienste heute geteilt wird.

Ist die Schöpfung nur eine jener „sekundären Lehren“, wie etwa Geistesgaben oder die Entrückung?

Ich bin mir sicher, dass diejenigen, die eine ähnliche Aussage wie im obigen Zitat aufstellen, zustimmen würden, dass die Schöpfungslehre selbst (also dass Gott der Schöpfer ist – 1. Mose 1,1) eine primäre Lehre darstellt. Denn wenn Gott nicht der Schöpfer ist und der erste Vers der Bibel nicht wahr ist, dann ist auch alles Weitere, was die Bibel lehrt, nicht verlässlich. Abgesehen von der Lehre von Gott selbst ist die Schöpfungslehre wohl die wichtigste Lehre, da alles andere im Christentum davon abhängt, dass dies zutrifft.

Wenn die meisten Christen davon sprechen, dass die Lehre von der Schöpfung eine zweitrangige Lehre sei, meinen sie damit in der Regel die Einzelheiten des Schöpfungsberichts (also etwa, ob die Erde jung oder alt ist, ob die Schöpfungstage gewöhnliche Tage waren oder die Sintflut Noahs ein weltweites Ereignis war, und so weiter – all dies wird nicht als wesentlich für das Christentum angesehen).

Die Einzelheiten des Schöpfungsberichts sind durchaus wichtig und wesentlich. Wenn Adam keine reale historische Figur gewesen ist, wer ist dann unser Stammvater? Woher wissen wir, dass wir Sünder sind? Wenn der Sündenfall Adams kein tatsächliches geschichtliches Ereignis war, was ist dann unter Sünde zu verstehen? Wenn Adam und Eva nicht genau so erschaffen wurden, wie in Genesis berichtet wird, verliert die Lehre von der Ehe ihre Bedeutung. Wenn die Schöpfungstage keine gewöhnlichen Tage darstellen, dann fehlt die Grundlage für die Sieben-Tage-Woche, und Gottes Wort müsste nicht mehr das bedeuten, was die Sprache eindeutig aussagt. Wenn die Erde Millionen Jahre alt ist und Tod, Krankheit und Blutvergießen schon vor der Sünde existierten, dann wird das Evangelium untergraben.

Der Kernpunkt zeigt sich darin, dass die Schöpfungslehre die Grundlage für alle anderen Lehren bildet. Doch für welche Lehren bilden die Entrückung oder die Geistesgaben die Grundlage?

Die Schöpfung (also die Einzelheiten in Genesis) ist keine „zweitrangige“ Lehre – sie ist vielmehr die Grundlage für alle anderen Lehren.

Die Welt hat das Christentum und das Wort Gottes angegriffen, indem sie die Schöpfungslehre in Frage gestellt hat– und Christen haben im Grunde nachgegeben und mit den Lehren der Welt Kompromisse gemacht. Wir müssen ein umfassendes Ausbildungsprogramm starten, um die Truppen mit der mächtigsten Waffe des Universums auszurüsten – dem Wort Gottes.

Im Rahmen dieser Ausbildung müssen wir außerdem die Denkweise der Menschen verstehen, denen wir begegnen werden. Unter Berücksichtigung des grundlegenden Gesamtkonzeptes der „Juden“ und der „Griechen“: Welche Art von Menschen werden wir antreffen? Wie können wir effektiv mit ihnen kommunizieren, damit sie zum rettenden Glauben an den Herrn Jesus Christus gelangen?

Footnotes

  1. Ham, Snelling und Wieland, The Answers Book.
  2. David Menton, ‘Inherit the Wind: An Historical Analysis,’ Creation, 19(1): 35–38, Dezember–Februar 1996–97.
    The World’s Most Famous Court Trial, Bryan College, Dayton, TN, 1990.
  3. Ken Ham, ‘The Wrong Way Round!,’ Creation, 18(3): 38–41, Juni–August 1996.
    Ken Ham, Challenge to the Church, Answers in Genesis, Florence, Kentucky, 1997; audiocassette tape.
    Ken Ham, The Monkey Trial, Answers in Genesis, Florence, Kentucky, 1997; video.
  4. Ann Gibbons, ‘Mitochondrial Eve: Wounded, But Not Dead Yet,’ Science, 257: 873, 14 August 1992.
    Svante Pääbo, ‘The Y Chromosome and the Origin of All of Us (Men),’ Science, 268: 1141–1142, 26 Mai 1995.
  5. Steven A. Austin, ed., Grand Canyon: Monument to Catastrophe, Institute for Creation Research, Santee, Kalifornien, 1994.
    Steven A. Austin, George Van Burbach, John D. Morris, Andrew A. Snelling und Kurt Wise, Grand Canyon: Monument to the Flood, Institute for Creation Research, El Cajon, Kalifornien, 1995.
  6. Ken Ham, ‘Millions of Years and the 'Doctrine of Balaam',’ Creation, 19(3): 15–17, Juni–August 1997.
  7. Ken Ham, ‘A Low View of Scripture,’ Creation, 21(1): 45–47, Dezember–Februar 1998.
  8. Z@XrBearse (E-Mail-Adresse), Assistent von Bill McCartney, Präsident und Gründer, Promise Keepers, persönlicher Brief vom Oktober 1998, Archiv von Answers in Genesis.

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